Warum folgt Bitcoin den Spuren des Nasdaq?
Viele Anleger begehen heute denselben Fehler, wenn sie Technologieaktien kaufen und diese um Bitcoin ergänzen, in der aufrichtigen Überzeugung, dass sie damit ihr Risiko effektiv streuen. Die Realität der heutigen Märkte sieht jedoch so aus, dass sie, anstatt zu diversifizieren, oft unwissentlich auf ein und dieselbe Idee setzen. Das Verständnis ihrer gegenseitigen Beziehung ist daher heute eine wesentliche Voraussetzung, wenn Sie in volatilen Phasen nicht allein aufgrund des falschen Gefühls, ein diversifiziertes Portfolio zu haben, Kapital verlieren wollen.
Die Verbindung zwischen Wall Street und Kryptowährungen
In der Welt der Geldanlagen wird die Beziehung zwischen zwei Instrumenten anhand der Korrelation gemessen, einem statistischen Indikator, der den Grad der Übereinstimmung ihrer Kursbewegungen ausdrückt. Diese Beziehung reicht auf einer Skala von -1, was eine perfekt entgegengesetzte Bewegung darstellt, bis zu +1, was eine vollständige Übereinstimmung der Trends signalisiert. Um dies präzise zu messen, verwenden wir den Pearson-Korrelationskoeffizienten, der die Beziehung zwischen den Renditen beider Vermögenswerte anhand ihrer Kovarianz und Standardabweichungen mathematisch definiert. Wenn Sie feststellen, dass die Korrelation zwischen dem Nasdaq und Bitcoin den Schwellenwert von +0,7 überschreitet, bedeutet dies, dass sich diese beiden Instrumente, obwohl sie technologisch sehr unterschiedlich sind, derzeit auf den Märkten sehr ähnlich verhalten. In solchen Momenten spielt es keine Rolle mehr, was ein bestimmtes Unternehmen produziert oder wie das Protokoll einer bestimmten Kryptowährung aussieht, da der Markt sie ausschließlich durch die gemeinsame Linse der Risikotoleranz betrachtet.
Fundamentaldaten und Liquidität
Es gibt mehrere Gründe, warum digitales Gold und der Technologieindex zu fast untrennbaren Partnern geworden sind, und alle haben einen gemeinsamen Nenner: institutionelles Kapital. Der Hauptdirigent dieses Orchesters ist die Geldpolitik der Zentralbanken. Wenn genügend billiges Geld im System vorhanden ist, suchen Anleger nach Renditen in risikoreicheren Anlagen, was natürlich sowohl Technologiegiganten als auch Kryptowährungen nach oben treibt. Mit der Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs ist auch Geld von der Wall Street in digitale Vermögenswerte geflossen, was bedeutet, dass dieselben Hände, die Milliarden in Apple- oder Nvidia-Aktien verwalten, nun auch Positionen in Bitcoin kontrollieren. Wenn diese großen Akteure beschließen, das Gesamtrisiko zu reduzieren, verkaufen sie beides gleichzeitig.
Gleichzeitig dürfen wir die technologische Erzählung nicht vergessen, die Bitcoin nach wie vor begleitet. Obwohl es oft als digitales Gold und Wertspeicher dargestellt wird, wertet der Markt es auch als hochvolatile Technologie. Es ist eine Wette auf die Zukunft digitaler Netzwerke, was einer Wahrnehmung sehr ähnlich ist, wie wir an Wachstums-Softwareunternehmen herangehen.
Der Moment der Befreiung
Obwohl die Korrelation in den letzten Jahren hoch war, handelt es sich nicht um ein unveränderliches Gesetz, und von Zeit zu Zeit kommt es zu einem Moment der sogenannten Entkopplung. Dieses Phänomen tritt am häufigsten auf, wenn ein spezifisches systemisches Risiko auftritt, beispielsweise eine Krise im Bankensektor. An diesem Punkt könnte Bitcoin als Alternative zur traditionellen Finanzwelt zu steigen beginnen, während der Nasdaq unter dem Druck der Unsicherheit fällt.
Strategischer Ansatz
Wenn Sie Ihre geplante Allokation in Kryptowährungen auf ein professionelles Niveau heben möchten, müssen Sie aktiv mit der Korrelation arbeiten. Zunächst einmal ist es unerlässlich, die Zusammensetzung regelmäßig neu zu bewerten, wobei Sie sich bewusst sein müssen, dass Sie bei einer langfristig extrem hohen Korrelation eigentlich gar keine Diversifizierung betreiben, sondern lediglich das Risiko konzentrieren.
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