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September 10, 2026

Das Ende der Wochenendpause im Bankwesen: Standard Chartered führt die sofortige Abwicklung für Finanzinstitute ein

Das mehr als 160 Jahre alte Bankinstitut ist der erste von einer Bank zugelassene Vertreiber von HKDAP geworden, einer regulierten Stablecoin, die an den Hongkong-Dollar gekoppelt und durch Reservevermögen gedeckt ist. Der Einsatz soll eine kontinuierliche Transaktionsabwicklung auf der Blockchain ermöglichen und die zeitlichen Diskrepanzen zwischen tokenisierten Vermögenswerten und traditionellen Zahlungssystemen verringern.


Vertrieb eines regulierten Stablecoins


Die Standard Chartered Bank (Hong Kong) Limited gab am 24. August 2026 bekannt, dass sie der erste von einer Bank autorisierte Vertreiber des Stablecoins HKDAP (HKD At Par) geworden ist. Es handelt sich um einen regulierten Stablecoin, der im Verhältnis 1:1 an den Hongkong-Dollar gekoppelt und durch Reservevermögen gedeckt ist. Er wird von Anchorpoint Financial Limited ausgegeben.


Das Anchorpoint-Projekt wurde im Februar 2025 als Joint Venture zwischen der Standard Chartered Bank (Hongkong), HKT und Animoca Brands ins Leben gerufen, wobei Standard Chartered der größte Anteilseigner ist. Im April 2026 erhielt Anchorpoint von der Hong Kong Monetary Authority im Rahmen der Stablecoin-Verordnung die FRS01-Lizenz als Stablecoin-Emittent. HKDAP wurde daher von Anfang an in einem regulierten Umfeld entwickelt, wobei der Schwerpunkt auf der Nutzung bei institutionellen und unternehmensbezogenen Transaktionen lag.


Kontinuierliche Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte


Die Integration von HKDAP zielt in erster Linie darauf ab, die Diskrepanz zwischen dem kontinuierlichen Betrieb blockchainbasierter Vermögenswerte und der traditionellen Bankinfrastruktur zu überbrücken. Tokenisierte Vermögenswerte können praktisch ohne Unterbrechung übertragen werden, während die Barzahlung einer Transaktion weiterhin von den Öffnungszeiten der Banken, Clearing-Systemen und anderen Intermediären abhängen kann.


HKDAP soll diese Lücke schließen, indem es als programmierbares On-Chain-Instrument fungiert, das rund um die Uhr verfügbar ist. Standard Chartered plant den ersten konkreten Einsatz im vierten Quartal 2026 für Zeichnungen und die Abwicklung tokenisierter Geldmarktfonds in Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen Vermögensverwaltern. Für institutionelle Anleger könnte dies kürzere Transaktionsabwicklungszeiten und eine geringere Abhängigkeit von den traditionellen Annahmeschlusszeiten der Banken bedeuten.


Liquiditätsmanagement und grenzüberschreitende Zahlungen


Ein weiterer Anwendungsbereich ist das Cash-Management von Unternehmen sowie grenzüberschreitende Zahlungen für multinationale Konzerne. HKDAP soll den Einsatz von Stablecoins auf die Unternehmensfinanzierung und institutionelle Abwicklung ausweiten.


Innerhalb des Standard Chartered-Netzwerks ist der Einsatz auch für konzerninterne Abwicklungen vorgesehen. Für multinationale Unternehmen könnte die ständige Verfügbarkeit eines solchen Instruments flexiblere Liquiditätstransfers zwischen einzelnen Einheiten ermöglichen und die für die Abwicklung bestimmter Transaktionen benötigte Zeit verkürzen. Effizientere Geldbewegungen können zudem dazu beitragen, den Bedarf an zusätzlicher Betriebsliquidität zur Überbrückung von zeitlichen Differenzen zwischen Zahlungen zu optimieren.


Von Banknoten zu tokenisiertem Geld


Die Präsenz von Standard Chartered in Hongkong reicht bis ins Jahr 1859 zurück, und die Bank ist eines von drei Instituten, die zur Ausgabe von Hongkong-Banknoten berechtigt sind. Ihre Beteiligung am HKDAP-Projekt baut daher auf ihrer langjährigen Rolle im lokalen Währungs- und Zahlungssystem auf, obwohl die Stablecoin selbst ein eigenständiger digitaler Vermögenswert ist, der von Anchorpoint Financial ausgegeben wird.


Die Beteiligung von Standard Chartered an der Verteilung von HKDAP fügt sich zudem in die umfassendere Strategie Hongkongs ein, seine Position als Drehscheibe für regulierte digitale Vermögenswerte, Tokenisierung und internationales Liquiditätsmanagement für Unternehmen zu stärken.


Stablecoin als Teil der Bankinfrastruktur


Die Beteiligung von Standard Chartered am Vertrieb von HKDAP veranschaulicht das Nutzungspotenzial von Stablecoins innerhalb der traditionellen Finanzinfrastruktur. Die Kombination aus einem regulierten Emittenten, einer Bank als Vertriebsstelle und einer kontinuierlichen On-Chain-Abwicklung schafft Spielraum für deren Einsatz bei tokenisierten Fonds, der Unternehmensliquidität und grenzüberschreitenden Zahlungen. Die entscheidende Frage wird sein, ob sich die geplanten Anwendungsfälle auch im Tagesgeschäft als effektiv erweisen und zu messbaren Einsparungen bei Abwicklungszeiten und -kosten führen können. Erst dann wird sich zeigen, ob regulierte Stablecoins zu einem festen Bestandteil institutioneller Finanzprozesse werden.


Warnhinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient ausschließlich zu Informations- und Analysezwecken und stellt keine Anlageberatung, keine finanzielle Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von digitalen Vermögenswerten oder Wertpapieren dar.

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Tomáš Bára

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