ChainCamp 2026 verband Bitcoin, persönliche Freiheit und die tschechisch-slowakische Community
Zwei Tage, mehrere Vortragssäle und Themen, die von Bitcoin über Vermögensschutz bis hin zu einer zweiten Staatsbürgerschaft oder digitaler Privatsphäre reichten. In der Aula der VŠB-TUO in Ostrava-Poruba versammelte sich am 11. und 12. September die tschechische und slowakische Bitcoin-Community zur siebten Ausgabe der Konferenz ChainCamp.
Die diesjährige Ausgabe mit dem Untertitel NEXT BLOCK zeigte zugleich, wie deutlich sich die Debatte rund um Bitcoin in den letzten Jahren über die Grenzen des reinen Preises oder der technischen Funktionsweise des Netzwerks hinaus ausgeweitet hat. In den Vordergrund rücken Fragen des langfristigen Vermögenserhalts, der Sicherheit, der Regulierung, der Privatsphäre und der Vorbereitung auf ein sich wandelndes wirtschaftliches Umfeld.
Zwei Tage, zwei Blickwinkel auf die persönliche Freiheit
Das ChainCamp startete in diesem Jahr bereits am Freitag in vollem Umfang. Die Organisatoren stellten ein eigenständiges Programm zusammen, das sich auf die Erstellung eines persönlichen Plans B konzentrierte, parallel in drei Sälen stattfand und rund zwei Dutzend Referenten und Experten bot.
Die Themen gingen dabei deutlich über die Welt der Kryptowährungen hinaus. Gesprochen wurde über globale Mobilität, eine zweite Staatsbürgerschaft und Auslandsresidenzen, Vermögensschutz, Steuerplanung, digitale Privatsphäre, Cybersicherheit oder Unternehmertum. Der gemeinsame Nenner war die Frage, wie man einen Notfallplan für sich selbst und seine Familie aufbaut.
Eines der Themen war auch der Finanzielle PLAN B, in dessen Rahmen die Referenten verschiedene Möglichkeiten des langfristigen Werterhalts verglichen - von Bitcoin über Gold bis hin zu den traditionellen Kapitalmärkten. Das Programm berührte auch geopolitische Risiken, Erbschaft, Vermögensschutz über Jurisdiktionen hinweg oder praktische OPSEC-Fragen und den Schutz personenbezogener Daten.
Der Samstag gehörte Bitcoin
An das Freitagsprogramm knüpfte der traditionelle Samstagsteil des ChainCamps an, der sich diesmal vor allem auf Bitcoin konzentrierte.
Auf der Hauptbühne wechselten sich zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der tschechischen und slowakischen Bitcoin- und Wirtschaftsszene ab. Jakub „Kicom“ Vejmola widmete sich in seinem Vortrag der Frage, was Bitcoin ihm gegeben und genommen hat. Juraj Karpiš eröffnete die Frage, wie Bitcoin mit dem heutigen Fiat-System konkurrieren kann, und diskutierte anschließend gemeinsam mit Dominik Stroukal über Geld, Wirtschaft und deren Zukunft.
Josef Tětek gab Einblicke in die Nutzung von Bitcoin in Afrika, Raum bekamen aber auch Themen wie KYC versus NO KYC, die Adoption von Bitcoin, Stablecoins, die aktuelle Lage am Kryptomarkt oder das langfristige Halten von Bitcoin.
Das Programm bot damit unterschiedliche Blickwinkel auf dasselbe Asset - von Technologie und Ökonomie über das Investieren bis hin zu praktischen Fragen seiner Nutzung und sicheren Verwahrung.
ChainCamp aus der Sicht von crypto4me
Unter den diesjährigen Besuchern war auch Tomáš Bára, Brand Manager von crypto4me. Zum ChainCamp kam er diesmal als Gast und verbrachte praktisch den ganzen Tag auf der Konferenz.
„Ich war von morgens bis abends auf der Veranstaltung, und gerade die Möglichkeit, einen ganzen Tag unter Menschen zu verbringen, die ein gemeinsames Thema haben, war für mich einer der größten Werte der gesamten Konferenz. Man spricht über Bitcoin, Kryptowährungen, ihre Zukunft, darüber, was am Markt passiert oder wie man heute über ihn denken sollte. Gleichzeitig hört man die Meinungen von Menschen, die dasselbe Thema völlig anders betrachten“, beschreibt Bára.
Gerade der persönliche Kontakt ist seiner Ansicht nach einer der Hauptvorzüge solcher Veranstaltungen. Denn nicht alle Debatten finden auf der Bühne statt.
„Ich habe mehrere interessante Kontakte geknüpft, und genau darum geht es bei solchen Veranstaltungen meiner Meinung nach. Es geht nicht nur um die Vorträge. In den Pausen, an den Ständen oder einfach bei einem gewöhnlichen Gespräch kommt man mit jemandem ins Reden, den man sonst nie getroffen hätte. Man hat ein gemeinsames Thema, und das Gespräch entsteht ganz natürlich“, sagt Bára.
Das Vortragsprogramm bietet laut Bára vor allem die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern und bekannte Themen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
„Man muss nicht mit allem einverstanden sein. Im Gegenteil. Der Wert liegt oft darin, dass man ein Argument hört, auf das man selbst nicht gekommen wäre, und das einen dazu zwingt, ein wenig anders über das Thema nachzudenken“, fügt er hinzu.
Kleiner als BTC Prague, aber umso persönlicher
Crypto4me nahm in diesem Jahr auch an der BTC Prague 2026 teil, einer der größten Bitcoin-Konferenzen Europas. Das ChainCamp ist im Vergleich dazu eine deutlich intimere Veranstaltung. Gerade das kleinere Format schafft laut Bára aber mehr Raum für den persönlichen Kontakt zwischen den Besuchern.
„BTC Prague ist eine riesige Veranstaltung mit internationaler Reichweite, großen Namen und einer völlig anderen Dimension. Das ChainCamp ist kleiner, dadurch aber viel offener für den persönlichen Kontakt. Man hat größere Chancen, sich in Ruhe mit jemandem zu unterhalten, einen Kontakt zu knüpfen oder die Debatte nach dem Vortrag fortzusetzen. Die gesamte Veranstaltung wirkte auf mich sehr freundschaftlich, fast schon gemeinschaftlich. Mir persönlich hat dieses Format vielleicht sogar noch besser gefallen“, erklärt Bára.
Eine ähnliche Sicht teilten seiner Aussage nach auch viele andere Besucher, mit denen er im Laufe des Tages sprach. Die geringere Größe der Veranstaltung muss also nicht unbedingt ein Nachteil sein. Im Gegenteil trägt sie dazu bei, dass das ChainCamp seinen Community-Charakter bewahrt.
ChainCamp besteht nicht nur aus Vorträgen
Ein markanter Bestandteil des ChainCamps sind seit langem auch praktische Workshops. In diesem Jahr stellten die Organisatoren dafür mehrere separate Räume bereit, und die Besucher konnten vieles direkt selbst ausprobieren.
Das Programm umfasste beispielsweise die Überprüfung der Echtheit einer Hardware-Wallet, die Arbeit mit Bitcoin-Diensten, Second-Layer-Technologien, Mining, erneuerbare Energiequellen oder praktische Fragen rund um den Aufbau und die Verwaltung eines Portfolios.
Neben Vorträgen und Workshops bleibt aber die Community selbst ein wichtiger Teil der Veranstaltung. An einem Ort treffen hier erfahrene Bitcoiner, Entwickler, Unternehmer und Investoren auf Menschen, die sich gerade erst für Bitcoin zu interessieren beginnen.
Plan B muss nicht nur Bitcoin bedeuten
Das breitere Verständnis des Plans B gehörte zu den prägendsten Motiven der diesjährigen Ausgabe.
Eine ähnliche Frage warf in diesem Jahr auch crypto4me auf der Konferenz BTC Prague 2026 auf, wo Tomáš Bára Bitcoin als möglichen Bestandteil eines langfristigen Finanzplans vorstellte. Nicht als Weg zum schnellen Gewinn, sondern als Asset, dem man seiner Ansicht nach langfristig, verantwortungsvoll und im Bewusstsein der damit verbundenen Risiken begegnen sollte.
Das ChainCamp erweiterte dieses Thema auch über Bitcoin selbst hinaus. Finanzielle Widerstandsfähigkeit muss laut dem Konferenzprogramm nicht nur auf einem einzigen Asset beruhen. Dazu gehören auch Vermögensschutz, Sicherheit, Privatsphäre, Risikodiversifikation, die Kenntnis des Umfelds, in dem man lebt, oder die Fähigkeit, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten.
Plan B bedeutete im Verständnis des diesjährigen ChainCamps somit nicht den Versuch, die Zukunft vorherzusagen, sondern vielmehr die Bereitschaft für den Fall, dass sie sich nicht wie erwartet entwickelt.
Nächstes Mal vielleicht auch mit crypto4me
Crypto4me nahm am diesjährigen ChainCamp weder als Partner noch als Aussteller teil. Tomáš Bára kam als gewöhnlicher Besucher. Nach der diesjährigen Erfahrung kann er sich jedoch vorstellen, dass sich die Marke in Zukunft aktiver einbringt.
„In diesem Jahr bin ich als Besucher gekommen. Die Veranstaltung hat mir aber so gut gefallen, dass ich mir wünschen würde, dass sich crypto4me künftig aktiver an solchen Community-Veranstaltungen beteiligt. Nicht nur als Marke, sondern vor allem als Teil der Community, die sich rund um Bitcoin und Kryptowährungen bildet“, fasst Bára zusammen.
Neben den großen internationalen Konferenzen haben seiner Ansicht nach also auch kleinere lokale Veranstaltungen ihren Platz, bei denen mehr Raum für persönlichen Kontakt, offene Debatten und den Austausch von Erfahrungen bleibt.
Bei Bitcoin geht es längst nicht mehr nur um den Preis
Die siebte Ausgabe des ChainCamps zeigte, dass die Debatte innerhalb der tschechischen und slowakischen Bitcoin-Community längst nicht mehr allein auf der Frage beruht, wohin sich der Bitcoin-Preis bewegen wird.
Immer mehr Raum erhalten Sicherheit, Schutz der Privatsphäre, persönliche Verantwortung, Wirtschaft oder ein langfristiger Umgang mit Vermögen. Und gerade die Verbindung von Fachprogramm, praktischen Erfahrungen und informellen Debatten zwischen den Besuchern ist es, was solchen Community-Konferenzen auch außerhalb der Vortragssäle ihren Sinn gibt.
Hinweis: Der Inhalt dieses Artikels dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung, keine finanzielle Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf jeglicher digitaler Vermögenswerte oder Wertpapiere dar.
Author
Tomáš Bára
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