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Juli 7, 2026

Warum steigen Western Union und MoneyGram auf die Blockchain um?

Der traditionelle Geldtransfer ins Ausland steht offenbar vor einem großen technologischen Wandel. Namhafte Finanzunternehmen, die den Menschen bisher vor allem durch klassische Filialen bekannt waren, stellen ihre Systeme in großem Umfang auf digitale Netzwerke (Blockchain) um. Das ist längst kein Experiment mehr – diese Technologie entwickelt sich zum neuen, schnelleren und kostengünstigeren Standard für globale Zahlungen.


MoneyGram und seine neue Rolle bei der Transaktionsüberprüfung


MoneyGram hat einen grundlegenden Schritt unternommen und ist nun ein direkter Betreiber (ein sogenannter Validator) des globalen digitalen Netzwerks Solana. In der Praxis bedeutet dies, dass das Unternehmen digitale Währungen nicht mehr nur passiv nutzt, sondern direkt an deren Verwaltung mitwirkt.


Das Unternehmen genehmigt nun Transaktionen in diesem Netzwerk, überwacht die Sicherheit der Datenübertragung und sperrt seine eigenen digitalen Coins im System, wodurch die Zuverlässigkeit des Betriebs gewährleistet wird. Gleichzeitig ist es dem Technologieprogramm „Solana Developer Platform“ beigetreten, wo es an der Entwicklung moderner Finanzanwendungen für Smartphones mitwirkt.


5 Jahre Vorbereitung und ein eigener digitaler Dollar


Für MoneyGram, das weltweit mehr als 60 Millionen Kunden bedient und über fast eine halbe Million Filialen verfügt, kommt dies jedoch nicht aus heiterem Himmel. Das Unternehmen konzentriert sich bereits seit mehr als 5 Jahren systematisch auf digitale Technologien.


So hat es beispielsweise im Mai dieses Jahres erfolgreich seinen eigenen, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin namens MGUSD eingeführt, der im Stellar-Netzwerk betrieben wird. Dieses Tool ermöglicht es den Nutzern, Dollar-Guthaben direkt auf ihrem Mobiltelefon zu halten, diese sofort grenzüberschreitend zu versenden und über die MoneyGram-App flexibel in klassisches Bargeld in der Landeswährung auf der anderen Seite der Welt umzuwandeln.


Warum ist die herkömmliche Art des Geldversands so teuer?


Auch der größte Wettbewerber auf dem Markt – Western Union – hat sich in dieselbe Richtung bewegt. Das Unternehmen wickelt jährlich Transaktionen in einem enormen Volumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar ab. Vor einigen Monaten hat das Unternehmen seinen eigenen digitalen Dollar unter der Abkürzung USDPT im Solana-Netzwerk eingeführt. Es testet diesen derzeit in Bolivien und auf den Philippinen und plant, ihn im Laufe des Jahres 2026 auf mehr als 40 Länder weltweit auszuweiten.


Der Grund für diesen Schritt ist rein wirtschaftlicher Natur. Das klassische Bankensystem weist zu viele Hindernisse auf. Aufgrund von Bankgebühren, langwieriger Abwicklung und der Notwendigkeit, riesige Geldbeträge auf Reservekonten im Ausland zu halten, gehen im alten System etwa 6 % bis 9 % des gesamten Geldvolumens unnötigerweise „verloren“. Digitale Dollar funktionieren rund um die Uhr (24/7) und beseitigen diese versteckten Verluste. Für die Finanzunternehmen selbst ist dies zudem ein profitables Geschäft – die Verwaltung und Absicherung dieser digitalen Reserven könnte ihnen Schätzungen zufolge einen zusätzlichen Nettogewinn von 2 % bis 3 % einbringen.


Digitale Dollar als neuer Standard für Unternehmen und Lateinamerika


Dieser moderne Trend betrifft längst nicht mehr nur normale Menschen, die Ersparnisse an ihre Familien überweisen. Digitale Dollar werden zunehmend von den Unternehmen selbst für schnelle Wareneinkäufe und das Cash-Management genutzt. Die neuesten Finanzdaten aus Lateinamerika zeigen, dass die Unternehmenstransaktionen über diese digitalen Netzwerke dort im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 81 % gestiegen sind, da Manager nicht mehr bereit sind, tagelang auf langsame lokale Banken zu warten.


Große Veränderungen in Afrika und die Zukunft des Zahlungsverkehrs im Internet


Eine ähnlich rasante Dynamik zeigt auch der afrikanische Zahlungsverkehrsmarkt. Das Technologieunternehmen Ripple hat dort kürzlich eine Beteiligung am riesigen afrikanischen Zahlungsnetzwerk Flutterwave erworben, das in 35 Ländern tätig ist, mit dem Ziel, dort moderne digitale Zahlungsmethoden einzuführen. Die Schritte von Marktführern wie MoneyGram und Western Union zeigen deutlich, dass globale Finanzströme endgültig die alten Bankenschienen verlassen und auf die Internet-Infrastruktur der nächsten Generation umsteigen.

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