Die monatlichen Ausgaben mit Stablecoin-Karten überschreiten die Marke von 1 Milliarde US-Dollar, während sich die Akzeptanz im Alltag beschleunigt
Stablecoins finden zunehmend ihren Weg über Kryptowährungsbörsen und Blockchain-Transfers hinaus in den alltäglichen Zahlungsverkehr der Verbraucher. Die Ausgaben über nachverfolgbare Krypto-Zahlungskarten beliefen sich im Juli auf rund 1,04 Milliarden US-Dollar und haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht. Der Großteil dieser Aktivitäten entfiel auf dollar-gestützte Stablecoins, wobei Nutzer zunehmend Lebensmittel, Transportkosten, Restaurantbesuche und Online-Abonnements direkt von ihren Guthaben in digitalen Vermögenswerten bezahlten.
Mehr als 10 Millionen Transaktionen
Nach Angaben der Zahlungsanalyseplattform Paymentscan beliefen sich die erfassten Ausgaben mit Kryptokarten im Juli auf rund 1,04 Milliarden US-Dollar. Im Laufe des Monats wurden mehr als 10 Millionen Transaktionen verzeichnet, während der durchschnittliche Zahlungsbetrag von 59 US-Dollar im Vorjahr auf etwa 86 US-Dollar stieg. Die Kombination aus höherem Transaktionsvolumen und einer wachsenden Anzahl von Einkäufen deutet daher nicht nur auf höhere Einzelzahlungen hin, sondern auch auf eine häufigere Nutzung von Krypto-Karten.
Diese Entwicklung stellt eine bedeutende Veränderung im Vergleich zu den Anfängen der Branche dar. Kryptokarten wurden anfangs hauptsächlich als praktische Methode genutzt, um digitale Vermögenswerte am Ort des Kaufs in Fiat-Währung umzuwandeln. Die jüngsten Ausgabemuster ähneln jedoch zunehmend den gewöhnlichen Kartennutzungsgewohnheiten von Verbrauchern. Nutzer bezahlen damit Essenslieferungen, Fahrdienste, Lebensmittel, Restaurantbesuche und wiederkehrende Online-Abonnements, was darauf hindeutet, dass Stablecoin-Guthaben allmählich zu nutzbaren Zahlungskonten werden und nicht mehr nur Instrumente für den Handel oder den Werttransfer sind.
USDC und USDT dominieren
Dollar-gestützte Stablecoins machen den Großteil der erfassten Kartenaktivitäten aus. USDC entfielen etwa 50,8 % des Volumens im Juli, während USDT weitere 20,3 % ausmachten. Zusammen finanzierten die beiden größten Dollar-Stablecoins somit mehr als 70 % der gemessenen Aktivitäten. Ein Jahr zuvor lagen ihre jeweiligen Anteile bei etwa 48 % bzw. 7 %, was bedeutet, dass USDT einen erheblichen Anstieg seiner Rolle als Mittel zur Kartendeckung verzeichnete.
Gleichzeitig hat sich die Position der auf den Euro lautenden Alternativen deutlich abgeschwächt. EURe, das zu Beginn des Jahres 2024 zeitweise bis zu 88 % der erfassten Krypto-Kartenzahlungen ausmachte, hatte im Juli 2026 einen Anteil von weniger als 2 %. Diese Verschiebung deutet darauf hin, dass das Wachstum der Kryptokartenzahlungen zunehmend mit der Nachfrage nach digitalen Dollar zusammenhängt, insbesondere in Märkten, in denen Nutzer bereits auf Stablecoins als Mittel zur Werterhaltung oder zum Zugriff auf auf Dollar lautende Guthaben zurückgreifen.
Bestehende Zahlungsinfrastruktur
Das Wachstum bedeutet nicht, dass Händler selbst Stablecoins akzeptieren müssen. Karten, die mit Kryptowährungen und Stablecoins verknüpft sind, funktionieren in der Regel über etablierte Zahlungsnetzwerke wie Visa oder Mastercard. Je nach Produkt hinterlegen Nutzer Stablecoins entweder beim Kartenanbieter oder verwahren sie in einer kompatiblen Wallet. Bei einer Zahlung wird der Saldo der digitalen Vermögenswerte umgerechnet, und der Händler erhält den Betrag in der herkömmlichen Währung, die von der bestehenden Zahlungsinfrastruktur unterstützt wird.
Dieses Modell ermöglicht es, dass Stablecoins bei traditionellen Händlern eingesetzt werden können, ohne dass diese die Blockchain-Technologie integrieren müssen. Visa gab im Juni bekannt, dass weltweit bereits mehr als 160 an Stablecoins gekoppelte Kartenprogramme in Betrieb oder in der Entwicklung seien. Das Unternehmen ermöglicht es Verbrauchern und Unternehmen, Stablecoin-Guthaben über sein bestehendes Kartennetzwerk auszugeben, während Entwickler, die die zu Stripe gehörende Plattform „Bridge“ nutzen, den Einsatz von an Stablecoins gekoppelten Visa-Karten von 18 Ländern auf mehr als 100 Märkte ausweiten.
Von Ersparnissen bis hin zu alltäglichen Ausgaben
Die Verbreitung von Stablecoin-Karten ist besonders in Märkten wie Brasilien und Argentinien sichtbar, wo Nutzer zunehmend auf digitale Dollar für Lebensmittel, Transport, Essenslieferungen und Abonnements zurückgreifen. Die verfügbaren Zahlen decken jedoch nur einen Teil des globalen Marktes ab und konzentrieren sich auf einige wenige große Anbieter, wobei einige Daten auf selbst gemeldeten Zahlen basieren. Die Schwelle von 1 Milliarde US-Dollar sollte daher eher als Beleg für eine rasch wachsende Akzeptanz innerhalb des erfassten Marktes angesehen werden und nicht als vollständiger Maßstab für alle weltweit mit Stablecoins finanzierten Kartenzahlungen.
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